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Interview von Gerald Schnellbach
mit dem Schriftsteller und Sachbuchautor

Marcel Feige

Marcel Feige

 

Marcel Feige, geboren 1971, war von 1991 bis 1993 als Redaktionsleiter des Musikmagazins "Raveline" tätig, danach zwei Jahre als Chefredakteur des Lifestyle-Titels "Deep". Im August 1996 wurde er Chefredakteur beim Stadtmagazin "Moritz" in Heilbronn. Bücher von ihm sind unter anderem "Das Tattoo- und Piercing-Lexikon", der Roman "Wächter der Gerechten", die Anthologie "Schatten über Deutschland - 100 Jahre deutschsprachige Phantastik", "Das Alien-Lexikon", "Das Fantasy-Lexikon" und "Das große Lexikon über Stephen King", mit dem er seiner langjährigen Leidenschaft für den amerikanischen Autor Rechnung trug.


Hallo Herr Feige,

es freut uns, dass sie sich die Zeit genommen haben, ein paar Fragen zu beantworten. Fangen wir gleich mal mit der Frage an, die die Stephen King Fans am meisten interessieren wird. Gibt es eine Neuauflage des "Stephen King-Lexikons"? Eventuell wenn der letzte Dark Tower-Band erschienen ist?

Marcel Feige: Wann genau kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen, aber ich bin in Verhandlung mit einem Verlag, der eine Neuausgabe des Stephen King-Lexikons plant.

Hatten Sie auch Kontakt zu Kings Büro, oder waren Sie bei den Recherchen zum Lexikon auf sich allein gestellt?

Marcel Feige: Leider hatte ich keinen Kontakt zu Kings Büro, allerdings war ich bei den
Recherchen zum Lexikon nicht auf mich alleine gestellt. Insbesondere die Mitglieder des ehemaligen King-Fanclubs, namentlich Nicole & Dirk Rensmann, Angelika Philippen, und Christian Meißner vom Stephen King-Archiv haben mich tatkräftig unterstützt. Dass das Lexikon so umfangreich geworden ist, ist im wesentlichen auch ihnen zu verdanken.


Was macht Ihrer Meinung nach das Phänomen Stephen King aus? Warum sind seine Bücher noch immer so beliebt? Und das bei Lesern aller Altersgruppen.


Marcel Feige: Grundsätzlich lässt sich zum Phänomen Stephen King sagen: Er mag zwar in
seinen Büchern nie neue Idee entwickelt haben, doch die Art und Weise, wie er Horror interpretierte und seinen Lesern nahe brachte, erwischte sie im Grunde ihres Herzens. Er schreibt flüssig, temporeich und irgendwie direkt von der Straße weg, dass man meint, selbst in der Geschichte drin zu stecken. Seine Protagonisten sind Alltagshelden wie du und ich. Gerade das macht seinen Horror so erschreckend für uns. Und genau das fasziniert auch heute noch die Leser an King. Und warum alle Altersgruppen? Nun, junge Leser entdecken King heute für sich neu. Während unsere Generation in jungen Jahren mit Karl May aufwuchs, so wächst die heutige Generation eben mit Stephen King (und Harry Potter, nicht zu vergessen ;-) auf. Muss man halt gelesen haben!

Was ist Ihr persönliches Lieblings-Kingbuch? Ihr Lieblings-Kingfilm?

Marcel Feige: Schwer zu sagen, da King so viel geschrieben hat. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich, glaube ich, »Es« als meinen Favoriten nennen, weil es mich als kleiner Junge extrem bei der Lektüre gegruselt hat. Das Buch war ungemein spannend, da es die Urängste der Kinder - der Menschen generell - thematisiert. Nicht zu vergessen aber auch der »Dark Tower«-Zyklus, der mir sehr gut gefällt.

Filme? Ich bin nicht so der Filmfreund, vor allem nicht solcher Filme, die nach King gedreht wurden. Viele sehr übel, sehr schlecht; erstaunlicherweise sind gerade jene Filme gut geworden, denen jegliche Fantastik fehlt - z.B. Dolores, Die Verurteilten, Shining oder Die Leiche ...


Fantasy, Tattoos, Piercings, Aliens, Michael Jackson, Comics, Techno, die Liste Ihrer Sachbücher ließe sich noch eine Weile weiterführen. Sind darunter auch Auftragsarbeiten, oder schreiben Sie nur über Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind?

Marcel Feige: Diese Frage wird mir öfter gestellt. Aber ja, bislang war ich in der glücklichen Lage, nur über Themen zu schreiben, die meinen eigenen Interessen entsprechen - und die sind breit gefächert.

Fantasy, SF, Horror, Comics - das sind Themen, die mich seit meiner Kindheit begeistern, weswegen es mir auch nicht schwer fällt, darüber zu schreiben.

Im übrigen habe ich einen Hang zu außergewöhnlichen Themen, zu Szene und Lifestyle, Themen, die vielleicht nicht jeder anpacken würde, zum Beispiel Techno, Tattoos, Piercings, SM, Erotik und das Thema Prostitution.


Viele fragen mich, wie das denn alles unter einem Hut zu bekommen sei. Es gibt sogar manche, insbesondere aus dem SF- & Fantasy-Fandom, die mich deswegen regelrecht anfeinden, weil ich mich nicht ausschließlich nur auf ihr hochheiliges Thema konzentriere. Aber hey, ich finde, man sollte »open minded« sein; es kann nicht schaden, den Blick manchmal über den Tellerrand zu richten. Ich interessiere mich für viele Dinge, setze mich damit auseinander, sie bereiten mir Spaß - warum sollte ich also nicht darüber schreiben?

Wie lange recherchieren Sie für so ein Lexikon/Sachbuch?

Marcel Feige: Da ich den Job hauptberuflich mache, benötige ich in der Regel zwei bis drei Monate für ein Buch. Es ist allerdings auch abhängig vom Umfang. Das Comic-Lexikon brauchte fünf Monate, das Lexikon der Prostitution sechs Monate, das Nina Hagen-Buch sogar 14 Monate.

Nina Hagen, Sie haben mit "Thats why the Lady is a Punk" ein Buch mit und über sie geschrieben, welches auch kürzlich mit einem Buchpreis ausgezeichnet wurde. Wie muss man sich die Arbeit mit einer der schillerndsten Figuren in der deutschen Musikszene vorstellen?

Marcel Feige: Jeder kennt Nina Hagen und sollte wissen: Nina Hagen auf der Bühne ist identisch mit Nina Hagen privat. Insofern war die Arbeit nicht einfach, sondern sehr bewegend. Gleichwohl einfacher als ich es mir vorgestellt habe. Nina ist ein sehr genügsamer Mensch.

Welches Ihrer vielen Sachbücher liegt Ihnen am meisten am Herzen?

Marcel Feige: Immer das, an dem ich gerade arbeite. Da steckt mein ganzes Herzblut drin, denn es soll genau so gut werden wie die vorher.

Im Jahr 2000 wurde von Ihnen mit "Wächter der Gerechten" auch ein Roman veröffentlicht. Wie auf Ihrer Homepage zu lesen ist, haben Sie bereits in jungen Jahren angefangen, Geschichten zu schreiben. Werden wir in den Buchhandlungen Marcel Feige noch öfter in der "Belletristik-Ecke" antreffen?

Marcel Feige: Ich hoffe doch schwer. Zur Zeit arbeite ich am Auftaktband einer vierteiligen Romanreihe, eine Mischung aus Thriller, Horror und Fantasy, für die sogar bereits ein Vertrag unterzeichnet ist. Der erste Band wird wohl im Frühjahr 2005 erscheinen.


Was sind Ihre derzeitigen Projekte? Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Marcel Feige: Wie schon gesagt: Am ersten Band der Romanreihe, desweiteren an der Biografie einer Rotlichtgröße.

Aktuell im Herbst 2004 erscheinen die 2. Auflage des Tattoo & Piercing-Lexikons sowie unter einem Pseudonym ein Buch über die SM-Szene.

Wir bedanken uns noch einmal für das Interview und wünschen Ihnen viel Erfolg für alle anstehenden Projekte.

Marcel Feige: Vielen Dank für das Gespräch.



Mehr über die Arbeiten und Bücher von Marcel Feige erfahrt ihr auf seiner Homepage:

www.marcel-feige.de

 

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Gerald Schnellbach und Klaus Spangenmacher
© des Fotos by B. Krause

   
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