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ES - IT

es

Film-Rezension ©2003 by Stefan Peter Heuer (Zuckeronkel)

für http://www.stephen-king.de

Originaltitel : It

USA 1990

180 Min. (uncut !)

Regie : Thommy Lee Wallace

Drehbuch : Larry D. Cohen

Darsteller :
Harry Anderson (Richie Tozier)
Dennis Christopher (Eddie Kaspbrak)
Richard Masur (Stan Uris)
Anette o’Toole (Beverly March)
Tim Reid (Mike Hanlon)
John Ritter (Ben Handscom)
Richard Thomas (Bill Denborough)
Tim Curry (Pennywise)
u.v.a.

Inhalt (Covertext Videokassette) :

Das Böse in Gestalt eines diabolischen Clowns versetzt die kleine Stadt "Derry" in Angst und Schrecken. Die unheimliche Mordserie reißt nicht ab, bis zum Tod des 6jährigen Georgie. Ein Tod, der nicht ungesühnt bleiben darf.

Sieben Freunde finden sich zusammen, um gegen "Es" anzutreten. 30 Jahre lang glauben sie, das unvorstellbare Grauen besiegt zu haben. Doch dann kehrt "Es" zurück ! Bill Denborough und seine Freunde müssen den alten Schwur halten, den sie einst geleistet haben : "Es" zu bekämpfen und das Grauen endlich zu besiegen.

Kritik :

Trotzdem "Es" so zu sagen meine persönliche Bibel darstellt und ich dieses Buch bisher "6" mal in allen nur erdenklichen Fassungen gelesen habe, muss ich sagen das die Verfilmung für die damaligen Produktionsmaßstäbe so schlecht nicht ist. Die Charaktere sind gut entwickelt, die Erzählstruktur des nacheinander erzählens anstatt parralel wie im Roman ist einfach Film gemäßer um die Handlung voranzutreiben, und der langjährige 2nd Unit Regiseur John Carpenter's, Thommy Lee Wallace, hat seine Sache im großen und ganzen recht gut gemacht. Er hat die Grundstimmung des Romans gut getroffen; die Essenz der King’schen Prosa und vor allem die Philosophie hinter der Geschichte. Natürlich wurden aufgrund der Horrorfan – Zuschauerschaft auch einige Zugeständnisse gemacht und auch etwas Effekthascherei betrieben (Duschszene !)

Woran die Verfilmung etwas krankt ist das Fehlen des King'schen subversiven Witzes (was sich vor allem in der Unwitzigkeit von Richis Figur bemerkbar macht, aber auch in der Zaghaftigkeit der *TV Zensur* - bedingten Brutalitäten) als auch das größere Budget späterer King Werke. Nach "Brennen muss Salem" war dies nun mal erst die zweite Mini - Serie nach einer Vorlage von Stephen King; ein derartiger Fernseh - Erfolg seiner Geschichten (den man im Kino finanziell leider nur äußerst selten erreichte!) war zum damaligen Zeitpunkt einfach nicht abzusehen. Also musste man das "Ritual von Chüd" fallen lassen und die Schildkröte ebenfalls. (Sie hätten sich das Modell "Morla" von Rolf Zehetbauer aus der "Unendlichen Geschichte" ausleihen sollen) Beides hätte aufgrund ihres surrealen Charakters wahrscheinlich auch schlecht in eine doch recht konventionelle Prime – Time – Mini – Serie gepasst.

Der Kindersex fehlt verständlicherweise ebenfalls (obwohl es einer wenn nicht sogar DER zentrale Punkt in der Geschichte einer GROßEN Liebe und Freundschaft ist) - wie sollte man sich solch eine sensible Darstellung auch im amerikanischen Fernsehen vorzustellen haben. Aber die Kindheitsängste, insbesondere "Pennywise" hätte man sich wirklich nicht besser vorstellen können - Tim Curry hat hier wirklich eine geniale Performance abgeliefert.

Viele Zuschauer waren und sind jedoch hingegen doch etwas enttäuscht was die "Spinne" am Ende der Geschichte in der finalen Auseinandersetzung angeht. Wenn man aber davon ausgeht, das "Es" für jeden etwas anderes darstellt (wie es ja im Laufe der Geschichte und des Filmes nur all zu deutlich wird) und viele Kinder sowohl Angst vor Clowns als auch vor archetypischen Wesen wie z. Bsp. der des Werwolfs hat ist die Dramaturgie durchaus nachvollziehbar. Und warum hat sich sowohl King als auch der Filmemacher wallace letztendlich für die Spinne entschieden ? Ich denke, das liegt wohl auf der Hand. Der Großteil der menschlichen Bevölkerung hat nun mal eine Phobie wenn nicht sogar eine Heiden Angst vor diesen Arachniden. Und im Finale, wenn alle gemeinsam auf "Es" treffen, was liegt da näher als eine "Angstfigur" aus aller kollektiven Unterbewusstsein zu wählen – etwas, wovor alle 6 Angst haben oder sich abgestoßen fühlen. Wie gesagt, das letztendliche indianische Ritual bleibt wohl doch besser der Phantasie des Romanlesers vorbehalten – es ließe sich in all seiner erschreckenden und gleichzeitig absurden Surrealität wohl kaum in Bilder umwandeln ohne das dann wieder ein großer Aufschrei der Entrüstung durch die Fangemeinde King’s hallen würde.

Wie gesagt, ich bin ein Purist dieses Romans - trotzdem gehe ich versöhnlich mit seiner Verfilmung um - es hätte viel schlimmer kommen können (wie diverse andere King Verfilmungen beweisen) !!!

   
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