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geheimesfenster
window

Film-Rezension ©2003 by Stefan Peter Heuer (Zuckeronkel)

für http://www.stephen-king.de

Oríginaltitel : Secret Window

USA 2004

104 Min / geschnittene Kinofassung / Ab 16 Jahre

Regie : David Koepp

Produktion : Gavin Polone

Drehbuch : David Koepp

Kamera : Fred Murphy

Musik : Phillip Glass

Darsteller :
Johnny Depp (Mort Rainey)
Kyle Allatt
Maria Bello
Len Cariou
Charles Dutton
Gillian Ferrabee
Timothy Hutton
Richard Jutras
John Turturro (John Shooter)
u.v.a.

Inhalt (Online-Filmdatenbank) :
Autor Mort Rainey (Johnny Depp) hat sich nach einer gescheiterten Beziehung in ein Holzhaus in der abgelegenen Wildnis zurückgezogen, um sein neues Buch zu schreiben. Bis eines Tages ein aggressiver Unbekannter vor seiner Tür steht: John Shooter (John Torturro) ist fuchsteufelswild und behauptet, Mort hätte den Schluss seines Buchs "Das geheime Fenster" bei seinem Buch abgeschrieben. Nun verlangt er Gerechtigkeit. Und obwohl Morts Story früher veröffentlicht wurde und ein Abschreiben unmöglich ist, fängt Shooter an, Rainey und sein Umfeld zu terrorisieren und schreckt auch nicht vor Mord zurück.
Dumm nur, das Rainey tatsächlich schon mal abgeschrieben hat und seine Ex-Frau davon weiß...

Kritik :
Um es gleich vorwegzunehmen, "Das geheime Fenster" gehört eher zu den ruhigeren King-Verfilmungen. Wer hier Horror der derberen Art erwartet wird eher enttäuscht sein. Andere wiederum, die dem schleichenden Grusel und dem subtileren, psychologischen Thrill im Sinne von "The Sixth Sense" zugeneigt sind, werden eher etwas mit dieser kingschen Novellenverfilmung anfangen können. Darstellerisch herausragend ist vor allem (wie schon so oft) Johnny Depp ("Fluch der Karibik"), weil er der Rolle des etwas derangierten (weil gerade in anfänglicher Scheidungsphase) vor sich dahinvegitierenden Schriftstellers den richtigen Humor und die nötige Portion Ironie verleiht.
John Turturro("The Big Lebowski") ist ihm da in seiner wesentlich eingeschränkteren Rolle recht ebenbürtig, und nimmt sich darstellerisch sehr zurück, um so dem Ablauf der Ereignisse den nötigen Spielraum zu lassen. Timothy Hutton als Liebhaber und neuer Mann im Leben von Depp's Ex-Frau ist ebenfalls recht sehenswert, gerät im Laufe der Handlung aber zusehends in den Hintergrund, ebenso wie die anderen Nebenfiguren der Geschichte, die eher blass bleiben und an deren Schicksal man weitaus weniger Anteil nimmt als es für die Spannung der Geschichte von Vorteil wäre.
Wovon der Film eindeutig lebt ist seine doch recht dichte Atmosphäre, die einerseits von der ruhigen Kamera Fred Murphys ("Die Mothman Prophezeihungen"), andererseits von der äußerst stimmungsvollen und dramaturgisch hervorragenden Musik des Avangard - Komponisten Phillip Glass ("The Hours") lebt.
Allerdings hätte man trotz einiger Stärken wesentlich mehr von Regisseur David Koepp erwarten können, der immerhin die Drehbuch-Adaptionen zu einigen Genreknallern wie etwa "Panic Room"; "Spider Man" oder aber "Jurassic Park" geschrieben hat. Stattdessen werden dann hier und da doch eingehend Klischees bemüht, wie man sie in Thrillern der letzten Jahre schon mehrfach gesehen hat, und zum Finale hin werden dann auch einige wirklich heftige Momente die die Storyline hergibt einfach verschenkt (was natürlich auch an den handwerklich geschickten, aber dramaturgisch doch äußerst auffälligen Bild- und Tonschnitten des deutschen Verleihs Columbia / Tri-Star liegen mag, der dieses mal wieder initiiert hat, um somit dem Film eine niedrigere Altersfreigabe zu bescheren) !

Was dem Film wiederum gut zu Gesicht steht ist sein makaberes Ende (welches etwas von King's Novelle abweicht, ihm als Autor jedoch gerecht wird ) und einige wohldosierte Schock- und Splatter-Effekte (die sich aufgrund besagter Schnitte allerdings in Grenzen halten).

Im Großen und Ganzen ist "Das geheime Fenster" also wieder mal ein Film, der mehr von der darstellerischen Leistung seines Hauptdarstellers lebt, und weniger vom inszenatorischen Können seiner Macher. Für einige wohlige Schauer und eine gepflegte feierabendliche Gruselunterhaltung reicht es aber allemal.

Kleine Notiz am Rande : Diesmal werden weniger Querverweise auf Stephen King oder eine seiner Geschichten gegeben, als vielmehr einige Insider-Verweise auf das bisherige Werk Johnny Depps. So sagt zum Beispiel der von ihm zu seinem Schutz angagierte Privatdetektiv zu ihm, als er etwas ängstlich nur mit einem Säbel bewaffnet durch seine Holzhütte schleicht, ob er sich denn für einen Pirat halten würde, und auf dem Tisch liegt ein Buch von Hunter S. Thompson, der seinerzeit die literarische Vorlage zu Depps Kultfilm "Fear & Loathing In Las Vegas" schuf (dessen Fortsetzung, welches besagtes Buch auch beinhaltet, demnächst wieder mit ihm in der Hauptrolle verfilmt wird).

"Das geheime Fenster" ist somit also eher eine Fundgrube für eingefleischte Depp- als für ebensolche Stephen-King-Fans.

   
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