King Menu  

   

Besucherstatistik  

225320539
   
   
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

Interview mit dem Schriftsteller und Illustrator
des Comics zu dem Roman Talisman von Stephen King

Tony Shasteen

geführt von Klaus Spangenmacher für
www.stephen-king.de und www.BookOla.de
am 09.09.2009
Übersetzung by Normen Behr
copyright 2009 by www.stephen-king.de

shasteen_photo
Bild Copyright by Tony Shasteen

 

theKlaus: Es freut mich sehr, dass Sie sich Zeit für ein Interview nehmen.
Fangen wir gleich an:
Hier in Deutschland habe ich das erste Mal etwas von Ihnen gehört, als DelRey Books die Talisman-Comics angekündigt hat. Wie sind Sie zum Beruf des Illustrators gekommen und was haben Sie vorher gemacht?

 

Tony: Ich bin seit 1995 Illustrator. Bislang sind Illustrationen von mir in Publikationen wie dem "Playboy", "Communication Arts and Spectrum" und "The Best in Contemporary Fantastic Art" zu finden. Unter meinen Klienten finden sich Coca-Cola, BellSouth, IBM, Siemens, Nascar, Business Week, Hasbro, White Wolf, Shadowrun, Ten Speed Publishing, Picador Publishing, Realms of Fantasy, DC Comics, Boom Studios, Markosia, Devil’s Due, Dark Horse, Top Cow, Virgin und Image Comics. Ich war der Illustrator bei "The Occult Crimes Taskforce" (kurz O.C.T), einer von David Atchison und Schauspielerin Rosario Dawson mitproduzierten Reihe der "Image Comics".

 

theKlaus: Wie kamen Sie beim Talisman-Projekt ins Spiel? Haben Stephen King und Peter Straub Sie für die Illustrationen persönlich ausgewählt?

 

Tony: Random House/DelRey hat mich Anfang letzten Novembers angesprochen und nachgefragt, ob ich an dem Projekt interessiert sei. Ich bin schon seit Jahren Fan der Werke der Herren King und Straub und antwortete, dass es mir eine Ehre wäre, an diesem Projekt beteiligt zu sein. Mein Terminkalender war leer, als sie mich brauchten und ein Zweijahresvertrag kam mir gerade recht.

Da wurde mir mitgeteilt, dass die Autoren mich persönlich ausgesucht hätten, und das war eine ziemliche Überraschung. Ich habe vor ein paar Jahren einige Entwürfe für "Wolverine" angefertigt und erfuhr, dass Stephen King sich Wolverine genau so vorstellte. Das war ein ganz schönes Kompliment. Besonders weil ich ja nicht die hübsche Hollywood-Version von Wolverine zeichne!

 

theKlaus: Wir haben gehört, dass die vorab veröffentlichte Ausgabe Dinge behandeln wird, die im Buch gar nicht vorkommen. Wer zeichnet für diese Ideen verantwortlich, Robin oder auch einmal Stephen und Peter?

 

Tony: Robin baut Sachen aus, die im Buch nur angedeutet werden. Wir werden in dem Comic Dinge erfahren, die im Roman nur angedeutet werden. Wir erfahren etwa viel mehr über Phil und Philip als je zuvor.

 

theKlaus: Stehen Sie während Ihrer Arbeit häufig in Kontakt mit Stephen King und Peter Straub? Beeinflussen sie Ihre Arbeit? Wie eng arbeiten Sie mit Robin Furth zusammen?

 

Tony: Alles, was Robin und ich machen, muss von Stephen und Peter abgesegnet werden. Für meine ersten Charakterentwürfe habe ich einige Rückmeldungen von King und Straub bekommen. Sie haben mir wirklich geholfen, die Figuren so zu formen, wie sie selbst diese in ihrer Fantasie vor sich sehen. Ihnen wird alles zur Genehmigung vorgelegt, von den Charakterentwürfen, über die Layouts bis zu den fertigen Seiten. Sie sind ein essentieller Teil des Entstehungsprozesses.

Robin ist toll gewesen. An jedem Schritt der Entstehung hat sie mich teilhaben lassen. Sie ist äußerst interessiert an meinen Vorschlägen, aber ich habe solchen Respekt vor ihrer Arbeit, dass ich versuche, so wenig wie möglich zu abzuändern, wenn ich die Seiten zeichne. Es ist ein absoluter Traum, mit ihr zu arbeiten!

 

theKlaus: Wie kommen Sie mit Ihrer Arbeit am Talisman voran und wie lange brauchen Sie für eine Ausgabe?

 

Tony: Die Illustrationen für jede Ausgabe beanspruchen mich sechs Wochen lang. Hin und wieder wird eine zusätzliche Woche benötigt, weil Layouts abgesegnet werden müssen.

 

theKlaus: Sollte es ein Schwarzes-Haus-Comic geben (der Erfolg von Talisman vorausgesetzt), sind Sie wieder mit eingeplant?

 

Tony: Das will ich doch hoffen! Es ist eine Ehre, an diesem Projekt teilhaben zu dürfen. Wenn sie mich für das Schwarze Haus zurückwollen, bin ich definitiv mit von der Partie. Mir fällt nichts ein, was ich lieber täte!

 

theKlaus: Wie stellen Sie sich die Territorien vor? Und wie werden Sie die reale Welt darstellen?

 

Tony: Die Territorien sind reiner als unsere Welt. Das Gras ist grüner, der Himmel blauer, die Luft frischer. Es ist schwierig, dies in schwarzweiß zu vermitteln. Eine Möglichkeit besteht darin, die Schatten in den Territorien weniger dicht zu gestalten. Es gibt für jede künstlerische Technik eine Zeit und einen Ort, aber größtenteils achte ich darauf, alles recht hell zu entwerfen. Ein großer Brocken dieser Arbeit wird den Koloristen zufallen. Die haben wirklich alle Hände voll zu tun, wenn sie dieses Buch mit Farbe versehen.

 

theKlaus: Haben Sie Bücher von King und Straub gelesen und welche anderen Schriftsteller mögen Sie?

 

Tony: Ich habe viele seiner Bücher gelesen. Wie viele wurde mir erst klar, als ich vor einigen Monaten Bücherkisten auspackte. Ich hatte mehr gelesen als ich zuvor gedacht hätte! Ich bin auch ein Fan von Hörbüchern. Da ich den ganzen Tag am Zeichenbrett und vor dem Computer sitze, lasse ich mich davon während der Arbeit unterhalten. Ich habe auch eine stattliche Anzahl an Stephen King Hörbüchern. Außerdem lese ich viele Sachbücher.

 

theKlaus: Wie eng hält sich der Comic an die Romanvorlage?

 

Tony: Sehr eng. Aufgrund der Länge des Romans können zwar nicht alle Details mit aufgenommen werden, aber die Seele des Buchs wird auf jeden Fall erkennbar sein.

 

theKlaus: Mit welcher Figur des Comics können Sie sich am besten identifizieren und welche Person zeichnen Sie am liebsten?

 

Tony: Ich liebe es, Jack zu zeichnen. Er macht richtig Spaß. Ich muss mich meines schauspielerischen Talents bedienen, weil Jack ein Wechselbad der Gefühle durchlebt und ich bei ihm die Gelegenheit habe, die verschiedensten Emotionen darzustellen. Morgan von Orris macht auch Spaß. Sowohl er als auch sein Twinner sind solche Fieslinge. Allgemein gilt, je fieser der Charakter ist, desto mehr Spaß habe ich beim Zeichnen. Ich kann es kaum abwarten, endlich Wolf in all seiner Pracht in Angriff zu nehmen!


theKlaus: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview und viel Erfolg für die Zukunft.

   
© Copyright 2017 by www.stephen-king.de