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Interview mit Stephen Kings Recherche-Assistentin Robin Furth,
dem Kopf hinter den Dark Tower Comics

geführt im Dezember 2014 von Klaus Spangenmacher exklusiv für www.stephen-king.de
die sinngemäße und gelungene Übersetzung stammt von Normen Behr

Vorab möchte ich mich bei der sehr sympathischen und freundlichen Robin für das Interview bedanken,, ich hatte sehr viel Spaß an diesem Gespräch.

sk.de: Wenn man sich deine Biografie anschaut, wirkt es so, als lebst du den Traum vieler King-Fans. Hättest du dir, als du mit deinen Recherchen für Stephen anfingen, träumen lassen, dass aus dir schließlich eine Autorin von Enzyklopädien und Comic-Büchern werden würde?
Robin: Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, dass die Arbeit für Stephen King mein Leben so dramatisch verändern würde. Ich begann für ihn zu arbeiten, als ich selbst Absolventin an der University of Maine in Orono war (übrigens auch Steves Alma Mater). Das war etwas über ein Jahr nach seinem Unfall von 1999, und er suchte nach einem Absolventen, um ihn bei der Recherche zu unterstützen. Zu dem Zeitpunkt lief der Kurzgeschichten-Wettbewerb, zu dem er in „Das Leben und das Schreiben“ (orig.: „On Writing“) aufgerufen hatte und er brauchte jemanden, der für ihn die vielen Kisten voller Manuskripte durchsah. Eigentlich war ich für sechs Wochen engagiert, doch als dieser Job vorbei war, traf ich Steve King zufällig im Büro (das war das erste Mal, dass ich ihn persönlich traf) und er fragte mich, ob ich noch mehr für ihn tun wollte. Ich sagte JA! Das ist nun fast fünfzehn Jahre her. Ich gebe zu, dass ich immer schon ein Stephen King Fan war, und für ihn zu arbeiten war einer meiner Kindheitsträume.

sk.de: Machen wir eine Reise zurück zu der Zeit, als du für die Dunkler-Turm-Reihe arbeitetes. Meiner Ansicht nach ist „Das Tor zu Stephen Kings Dunklem Turm“ ein ganz erstaunliches Buch. Bei der Informationsfülle und der großen Liebe zum Detail gibt es kaum eine Frage, die damit unbeantwortet bleibt. Wie bist du an das Projekt herangegangen? Wie gelang es dir, all diese Einträge zu katalogisieren und im Laufe der restlichen Serie auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben?
Robin: Erst einmal danke für dein Lob meines Lexikons! „Das Tor zum Dunklen Turm“ war mein erster Job nach dem Kurzgeschichtenwettbewerb. Steve wollte die letzten drei Bände der Reihe beenden, aber er war besorgt darüber, logische Fehler zu machen, obwohl er die anderen Bücher nochmals gelesen hatte. (Das ist nicht weiter überraschend, wenn man bedenkt, dass die ersten vier Bücher über einen Zeitraum von 30 Jahren entstanden sind.) Wie dem auch sei, er bat mich, ihm eine Liste von Charakteren und Schauplätzen zu erstellen, die in den Büchern vorkamen und aufzuschreiben, auf welchen Seiten sie zu finden waren. Im Grunde wollte er einen umfassenden Index, sodass er wichtige Ereignisse in den Büchern schneller finden konnte.
Steve wusste das nicht, aber er hatte einen Folklore-Fan angeheuert, und dieser Job war ein wahrgewordener Traum für mich. Anstatt nur Seiten aufzulisten, schuf ich eine riesige Enzyklopädie und nahm so ziemlich alles über Mittwelt mit auf: die Leute, Schauplätze, magischen Objekte, Sprachen, Spiele, Krankheiten, alles, was mir einfiel. Ich gab die Seitenzahlen an, schrieb aber auch zu jedem Eintrag einen kurzen Artikel. Dann ließ ich das Buch schwarz einbinden, malte eine magische Tür auf die erste Seite und klebte einen Schlüssel aufs Cover, sodass Steve Mittwelt durch diese Tür betreten konnte. Ich dachte mir, entweder ist Steve amüsiert von meiner Begeisterung oder er hält mich für verrückt. Zum Glück war er amüsiert. Nachdem er mein Buch durchgesehen hatte, fragte er mich, ob ich weitermachen wollte. Ich sagte ja. Von da an schickte er mir seine Manuskripte in Fortsetzungen, und ich konnte so mein Lexikon fortführen. Wann immer ich ein Update gemacht hatte, gab ich ihm eine Kopie, sodass er immer genau wusste, wer gerade wo was machte.
Viele haben mich gefragt, ob ich einen Computer verwendet habe, um einen Überblick zu behalten, aber ehrlich gesagt habe ich nur Bleistift und Papier benutzt. Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis für mythische Zusammenhänge und Handlungen, also machte ich mir handschriftliche Notizen und fügte sie erst später meinem immer weiter wachsenden Computer-Dokument zu. Ich denke, ich habe jeden Band etwa sieben oder acht Mal komplett gelesen. (Manche Passagen muss ich hunderte Male gelesen haben.) Manche Passagen kann ich auswendig, und ich kann manche Abschnitte innerhalb von Sekunden auffinden. Kürzlich meinte ich meinem Mann gegenüber, dass ich mich an manche Dinge im Dunklen Turm besser erinnere als an Dinge, die mir selbst passiert sind. Ich glaube, das hat ihm ein wenig Angst eingejagt!

sk.de: Der deutsche Verlag für dein Lexikon hatte Schwierigkeiten, an den zweiten Teil heranzukommen (zumindest war das die offizielle Entschuldigung) und verlegte die deutsche Übersetzung deshalb fast vier Jahre nach hinten. Wie schwierig war es für dich, speziell bezüglich der ersten Komplettfassung, alle bisher gesammelten Informationen zu bündeln und wieder in die Welt der frühen Bände zurückzufinden?
Robin: Die Wiederaufnahme der Arbeit am Lexikon ist immer ein gewaltiger Sprung in das Universum von Mittwelt. Seit ich meine Arbeit an den Comics aufgenommen habe, lebe ich eigentlich dauernd dort und darum ist es ein bisschen so, als würde man über einen Heimatort schreiben. Es ist interessant: Das Lexikon war als ein Komplettwerk geplant, erst später unterteilte ich es für den Verlag in zwei Teile, weil der den ersten Teil veröffentlichen wollte, bevor „Wolfsmond“ in die Buchläden Einzug hielt. Um zwei separate Bände zu veröffentlichen, musste ich das Originalmanuskript teilen. Als ich die beiden Bände wieder zusammenfügte, schrieb ich ganze Passagen um, das war also eine Menge Arbeit! Was allerdings am längsten dauerte, war die Aktualisierung der Seitenangaben. Anfangs bezogen sich die Angaben auf verschiedene Buchausgaben der ersten vier Bände (darunter amerikanische und britische Ausgaben), und die Seitenangaben der letzten drei Bände bezogen sich auf Steves Originalmanuskripte. Als es an die Veröffentlichung ging, verlangte Scribner von mir, dass ich die Seitenangaben zu allen sieben Taschenbuchausgaben vornahm, also machte ich das. Und dann tat ich dasselbe auch noch für die britischen Ausgaben!

sk.de: Warst du außer beim Dunklen Turm an irgendwelchen Büchern Stephen Kings beteiligt?
Robin: Ja. Ich machte einige Recherchen für „Das Schwarze Haus“ und „Puls“. Außerdem arbeitete ich mit an „Wind“, dem Buch der Dunklen Turm Reihe, das Steve King 2012 herausbrachte.

sk.de: Vor 2007 sagte dein Name den meisten deutschen King-Fans nichts. Das änderte sich, als dein Name neben dem von Peter David auf den Dark-Tower-Comics auftauchte. Wie fing das alles an? Wann stiegst du in dieses Projekt mit ein?
Robin: Die Zusammenarbeit von Stephen King und den Marvel Comics begann inoffiziell, als man Joe Quesade, den Chefredakteur von Marvel, auf einer Comic-Messe fragte, mit welchem populären Autor er gerne einmal zusammenarbeiten würde und er mit „Stephen King“ antwortete. Das bekam King mit, und Chuck Verrill (sein Verleger und Agent) nahm Kontakt mit Marvel auf. Nach langen Diskussionen war man sich einig, dass „Glas“ die beste Grundlage für eine Comic-Version war, weil das Buch Rolands Abenteuer in Hambry erzählt, als er und seine Freunde vierzehn Jahre alt sind.
Ich war dabei, als Steve, Chuck Verrill und Marvel sich zum ersten Mal trafen. (Nun, nicht körperlich anwesend, sondern per Telefonkonferenz.) Ich hatte so viel Zeit im Universum des Dunklen Turms verbracht, dass Steve dachte, es sei eine gute Idee, mich für das Marvel-Projekt mit an Bord zu haben. Ich hatte noch nie etwas mit Comics zu tun gehabt, aber ich liebte Graphic Novels und illustrierte Bücher, also hat mich die Idee sehr gereizt. Außerdem wollte ich, dass Roland und seine Freunde diese neuen Dimensionen annehmen. Wie Sie sich denken können, war meine Lernkurve anfangs UNGLAUBLICH steil, aber ich arbeitete mit einem Wahnsinnsteam, das dafür sorgte, dass die harte Arbeit immer Spaß machte.

sk.de: Das Ergebnis mag den Anschein erwecken, die Arbeit sei leicht von der Hand gegangen, aber ich denke, dass es sehr anstrengend ist, den Dunklen Turm in einen Comic umzuwandeln. Wie teilen du und Peter die Arbeit auf? Wie nah bist du dran am Künstler und gibt es Unterschiede zwischen den Künstlern selbst?

Robin: Wie Sie schon sagen: Jede Adaption ist eine beängstigende Aufgabe. Was mich am meisten überrascht hat, ist, dass man das ursprüngliche Material oft quasi übersetzen muss, damit es zum neuen Medium passt. Ein Beispiel: „The Gunslinger Born“ ist eine Adaption von „Glas“, dem vierten Band des Dunklen-Turm-Zyklus, aber vieles von dem, was einleitend geschieht, basiert auf „Schwarz“, dem ersten Band.
Was die Arbeitsteilung betrifft, bin ich federführend für Beratung und Handlung, Peter für den Text. Als Ansprechpartner für die Serie beantworte ich Fragen, welche die Künstler oder Herausgeber über Mittwelt haben, von der Kleidung über das Revolver-Design bis hin zu Landschaften und Religion. Ich beantworte auch Fragen zu Rolands Geschichte oder die Geschichte vieler anderer Charaktere, die man in der Serie antrifft.
Was es heißt, für die Handlung zuständig zu sein, versteht sich von selbst. Es bedeutet, die Geschichten zu schreiben, die dann von den Künstlern illustriert und von Peter für das Comicformat umgeschrieben werden. Anfangs teilte ich jedes Buch wie eine Geschichte in Szenen und Heftausgaben ein. Ich stellte sicher, dass alles detailgetreu war, damit der Künstler Stephen Kings Welt gerecht werden konnte. Jede Ausgabe (bis auf die letzte), musste offen und spannend enden, was bei Comics üblich ist. Heutzutage übernehme ich für jede Ausgabe auch die Einteilung der Seiten und der einzelnen Bilder.
Die Dark-Tower-Comics entstehen in enger Zusammenarbeit. Sobald ich mit den Seiten und Bildern fertig bin und die Herausgeber sie abgesegnet haben, geht mein Entwurf zum (Bleistift-)Künstler. Wenn die Bleistiftzeichnungen fertig sind, macht Peter weiter, der Bildunterschriften und Dialoge hinzufügt. (Peter macht das fantastisch, es hat großen Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten. Es ist enorm anspruchsvoll, Dialoge und Bildunterschriften zu entwerfen, die auf so wenig Platz so viel aussagen können und die noch dazu so klug, tiefsinnig und humorvoll sind.) Während Peter am Text arbeitet, macht der Farbkünstler sich daran, die wundervollen Zeichnungen mit Leben zu füllen. Währenddessen schauen wir uns über die Schultern und geben Rückmeldungen und Unterstützung.
Als wir anfingen, fragte ich mich, wie um Himmels willen irgendein Künstler es schaffen konnte, dem Druck standzuhalten, Stephen Kings geliebten Charakteren Gesichter zu verleihen, aber Jae Lee und Richard Isanove gelangen spektakulär schöne Darstellungen. Wir hatten seitdem einen echten Lauf. Alle Künstler, die an der Serie mitarbeiten, halten dieses unglaublich hohe Niveau.
Ich erinnere mich noch gut an die ersten Bleistiftzeichnungen von Jae Lee. Sie zeigten Roland, Susan Delgado, Cuthbert, Alain, Cort und Eldred Jonas. Ich war so überwältigt, dass ich mich erst einmal hinsetzen musste. Ich bekam sie zufällig zu dem Zeitpunkt, als Steve King mit „Love“ durch Großbritannien tourte, also war ich die Erste, die ihm diese ersten Seiten zeigen durfte. Ich werde nie vergessen, wie ich mit Steve in einer Ecke eines überfüllten Raumes saß und ihm diese Bilder zeigte. Jeder andere im Raum feierte Steves wunderbaren jüngsten Wurf, aber Steve King und ich waren in Mittwelt. Steve liebte es. Er sagte, es fühle sich für ihn an, als treten die Charaktere, die so viele Jahre lang nur in seinem Kopf gelebt hatten, durch diese Entwürfe aus den Seiten heraus. Genauso war es für mich.

sk.de: Du hast den Comics mehr hinzugefügt als nur die Arbeit am Skript. Es ist faszinierend, deine Artikel, kleine Geschichten über Arthur Eld oder Details über Mittwelt zu lesen. Wie schwierig ist es für dich, das zu recherchieren und zu schreiben? Wie viel Freiraum hast du für diese Geschichten? Vertraut Stephen dir und lässt dich in Ruhe oder inspiziert er sorgfältig jedes Wort und ändert jedes zweite?

Robin: Danke für deine lieben Anmerkungen zu meinen Artikeln und Geschichten! Das meiste erwächst direkt aus der Recherche, die ich für mein Lexikon betrieben habe. Vieles davon ist über die Jahre hinweg in meinem Kopf herangereift, und es macht viel Spaß, das alles niederzuschreiben. Steve King ist eine große Stütze und lässt mir viel Freiraum, aber wann immer es geht, versuche ich, ihm meine Ideen vorzustellen, nur um sicherzugehen, dass ich so weitermachen kann.

sk.de: Als Marvel mit der Veröffentlichung von „Last Shots“ das Ende der Dark Tower Comics ankündigte, rechnete kaum jemand damit, dass bald oder überhaupt jemals „The Prisoner“ erscheinen würde. Wie war das für dich? Wie fühlte es sich an, wieder zu der Geschichte zurückzukehren und wie ist es überhaupt dazu gekommen?
Robin: Als wir „Last Shots“ beendet hatten, wollte Steve King mit den Comics eine Pause einlegen, da wir einige Jahre lang ununterbrochen daran gearbeitet hatten. Doch kurz darauf hatte Peter David einen Schlaganfall. Als Steve ihn im Krankenhaus besuchte, meinte Peter, dass viele Fans den Dunklen Turm wirklich vermissten, also entschied Steve, das Projekt viel früher als erwartet wieder aufzunehmen. Ich bin froh, sagen zu können, dass Peter sich gut von seinem Schlaganfall erholt hat und wir alle glücklich sind, wieder zurück in Mittwelt zu sein!

sk.de: „The Prisoner“ geht einher mit einer auffälligen Veränderung der grafischen Darstellung. Außerdem sieht es nach den ersten Ausgaben so aus, als würden du und Peter die Geschichte erheblich ausweiten. In welche Richtung geht es? Willst du so nah an Stephens Romanen dranbleiben wie möglich oder werden die Abweichungen größer sein als bei „Die Kleinen Schwestern von Eluria“ oder „Die Schlacht von Tull“?
Robin: Von beidem etwas. Wir fügen den Charakteren mehr Hintergrundgeschichten hinzu und verweben diese mit den Ereignissen, die in “Drei” dargestellt werden. Weil wir ein neues Kapitel der Saga aufschlagen, wollte Marvel eine neues Erscheinungsbild. Wir sind in der unglaublich glücklichen Lage, mit dem talentierten Künstler Piotr Kowalski zusammenarbeiten zu können.

sk.de: Da die Geschichte nicht von Stephen geschrieben wird, gehören die Comics für manche Fans nicht zum Universum des Dunklen Turms. Wie siehst du das? Wenn man dich bitten würde, dein Lexikon umzuschreiben, würdest du die Comics mit berücksichtigen oder stehen diese für dich außerhalb und für sich selbst?
Robin: Wie Jake Chamber sagen würde: Es gibt andere als diese Welten. Ich sehe die Comics wie eine Parallelwelt, verwandt mit den Büchern, aber nicht deckungsgleich. Sollte ich das Lexikon je umschreiben, bekämen die Comics wohl ein eigenes Unterkapitel.

sk.de: Noch wenige Ausgaben, dann ist „The Prisoner“ zu Ende. Was erwartet uns als nächstes? Kommt die „Lady of Shadows“ und ihre blutrünstige Geschichte?
Robin: Nach „The Prisoner“ geht es mit „House of Cards“ weiter, dem Ende von Eddies Geschichte. Wenn alles gutgeht, kommen wir dann auch zu Odettas/Dettas Geschichte!

sk.de: Wie viele Kapitel haben du und Peter für „Drei“ geplant? Kannst du uns ein paar Einblicke geben, was in diesen Kapiteln und nach diesem Handlungsbogen passiert?
Robin: Wir bringen Eddies Geschichte in einem Bogen von fünf Ausgaben zu Ende. Dann, wenn alles gut läuft, auf zu Odetta/Detta!

sk.de: Außer am Dunklen Turm warst du früher auch an anderen Comic-Projekten beteiligt. Wie ist das heute? Schreibst du noch etwas anderes als Geschichten über Mittwelt?
Robin: Ich liebe Comics und habe das Glück, auch an einer Reihe anderer Projekte beteiligt zu sein. Ich habe Sherrilyn Kenyons erste beiden „Lord of Avalon“ Romane für Marvel adaptiert, ebenso wie den Anfang von „Der Talisman“ für Del Rey. Ich habe auch an Comic-Kurzfassungen verschiedener Marvel-Charaktere gearbeitet, von den Fantastic Four Kids und den X-Men bis hin zu weniger bekannten Figuren wie Satana. Ich habe auch kurze Arbeiten für IDW und Image Anthologies gemacht. Es steht noch mehr an, aber das ist momentan noch streng geheim!

sk.de: Nach allem, was ich bislang von dir und über dich gelesen habe, war ich sehr erfreut, als ein deutscher Fernsehsender ankündigte, dass er mit dir im Rahmen einer Dokumentation ein Interview über Stephen aufgenommen habe. Als ich mit Bev Vincent über dieses Interview chattete, meinte der, der Interviewleiter sei nur an Stephens schlechtem Verhalten in der Vergangenheit und wenig sonst interessiert gewesen. Wie hast du das empfunden?
Robin: Es gab tatsächlich ein paar Fragen zu Steves Vergangenheit, aber die meisten gingen doch um Steves Arbeit. Ich habe ein solches Interview noch nie gemacht, es war also eine interessante Erfahrung. Ich mochte den Leiter und die Kameraleute sehr. Sie schickten mir eine Kopie der Sendung und es gefiel mir, auch wenn ich mich auf das konzentrieren musste, was ich sah, da ich kein Deutsch kann. (Meine Großeltern väterlicherseits waren übrigens beide deutsche Muttersprachler, und ich wünschte, ich hätte es gelernt.)

sk.de: Früher wie heute müssen wir feststellen, dass Stephen in Deutschland sehr verallgemeinert wird. Als er letztes Jahr nach München und Hamburg kam, kündigten ihn fast alle Zeitungen entweder als „King of Horror“ oder als „Meister der Angst und der Spannung“ an. Ich glaube, das ist in den USA ganz anders. Wie siehst du das? Erkennt man ihn an als Autor von Geschichten wie „Pin Up“, „Die Leiche“, „The Green Mile“ und „Dolores“ oder – wie hier bei uns – als Autor von „Friedhof der Kuscheltiere“ und den dicken Büchern über böse Clowns und eine Virusepidemie?
Robin: Lange Zeit war Steve als „King of Horror“ stigmatisiert, aber in den letzten Jahren wurde er als großartiger Autor vieler verschiedener Literaturformen anerkannt. 2003 erhielt Stephen King von der National Book Foundation die Medaille für herausragende Beiträge zur amerikanischen Literatur, was meiner Ansicht nach Bände spricht bezüglich seines positiven Rufes.

sk.de: Liebe Robin, da wir nun zu dem vorläufigen Ende dieses Interviews gekommen sind, will ich mich ganz herzlich für deine ausführlichen Antworten bedanken. Und ich bin mir sicher, dass wir bald wieder etwas über dich zu berichten haben.

Copyright des Interviews 2015 by Klaus Spangenmacher, www.stephen-king.de

 

   
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