King Menu  

   

Besucherstatistik  

224558245
   
   

Das Blackhouse-Interview mit Peter Straub in deutsch

 

straub_interview

Mit freundlicher Genehmigung von Liljas Library und Följeslagarna

Ins Deutsche übersetzt von Veit Lindhorst-Emme

Följeslagarna:
Kannst Du uns ein bißchen was von "Black House" erzählen? Es wurde gesagt, daß es ein dunkleres Buch als "The Talisman" sein wird. Vielleicht ist es eine blöde Frage, aber war es etwas Natürliches Jack Sawyer mit der Story altern zu lassen? Wir meinen - 1984 war er zwölf und jetzt ist er 31.

Peter Straub:
Bis jetzt kennen die meisten Leute die es interessiert den Plot von Black House: Jack ist ein pensionierter Detective, der in eine Serie von Kindesmorden verwickelt wird. Dieser Fall stellt die Verbindung zur "Region" dar, die Jack aufgrund einer Amnesie vergessen hat.

Ich fand es völlig natürlich die Geschichte mit Jack im Alter von 31 Jahren wieder aufzugreifen. Tatsächlich glaube ich sogar, daß es leichter für uns war als für ihn.


Följeslagarna:
Wie King's offzielle Website berichtet wird es eine Menge Verbindungen zu seiner DARK TOWER-Serie in Black House geben. Dieser Punkt wurde im Internet schon mehrfach diskutiert. Manche Fans glauben, daß du ausgespielt wurdest und Black House mehr Stephen King's Buch ist, als eine King/Straub-Zusammenarbeit. Was denkst Du darüber? Hast Du einige Verbindungen zu deinen eigenen Stories hinzugefügt um die Balance zu Kings DARK-TOWER-Verbindungen zu gewährleisten?

Peter Straub:
Ausgespielt? Oh Gott, wie blöd. Teile des DARK-TOWER-Mythos miteinfließen zulassen war meine Idee, und Steve war natürlich sofort einverstanden. Zum Teil wollte ich mehr über diese Welt erfahren, und ich wußte auch, daß fast jeder neue King mit dem DARK TOWER-Universum verknüpft ist. Es ist lediglich ein kleines Element in Black House.


Följeslagarna:
In dem Interview mit Ténèbres im letzen Jahr sagtest du, daß Black House seinen Anfang mit einer Idee von dir nahm, die King vom Schreiben des ersten Teils (Talisman) her behalten hatte. Was war das für eine Idee?

Peter Straub:
Die Idee war die Überlegung wie böse ein Haus sein könnte, genau.


Följeslagarna:
Wie habt ihr Black House geschrieben (technisch)? Habt ihr es anders gemacht als bei The Talisman? Wir hörten etwas über eine 40 seitige Bibel, die eine Art Grundriß für die Story bildete - wann habt ihr diese Bibel geschrieben? Wurde sie nur von King geschrieben?

Peter Straub:
Wir stellten die Bibel in über einer Woche im Februar 2000 in Florida zusammen. Wir sprachen über die Story, dann wechselten wir uns am Computer ab und pushten die Ideen voran.


Följeslagarna:
Als ihr The Talisman geschrieben habt, habt ihr gegenseitig euren Schreibstil imitiert um eine gemeinsame "Stimme" zu erlangen. ( King sagte einmal, daß ihr das Buch unter dem Namen Chauncey Boogerheart hättet veröffentlichen sollen, um die Leser daran zu hindern zu erraten wer was geschrieben hat.) -glaubst du das die "Stimme" (Chauncy Boogerheart, wenn du willst!) in Black House präsent ist, und wenn ja, war es schwer sie wiederzufinden?

Peter Straub:
Diesmal ist Chauncey Boogerhearts "Stimme" beachtlich höher, reifer, affektierter als damals. Die Schrecklichkeit der Situation schien nach einer Erhöhung des Ranges zu rufen.


Följeslagarna:
Wenn man davon liest, wie The Talisman zusammenkam (Treffen in England und den USA, lange Fahrten bei denen ihr auf die Idee der "Region" gekommen seit etc.), es scheint als hättet ihr eine Menge Spaß gehabt, das Buch zu schreiben. King sagte einmal: "Wenn Peter sagte, er würde etwas senden, wurde ich nervös weil ich bald etwas mehr von der Story zu lesen bekommen würde". Wie wir wissen entstand diesmal das meiste vom Buch "elektronisch" -die langen Fahrten wechselten zu täglichen E-mails für mehrere Monate, dann das Treffen in Florida (wo die Bibel entstand) und die 50-seitige Episoden hin und her in Form von E-mail-Anlagen. War es diesmal wirklich so lustig wie in den frühen 80ern als ihr The Talisman geschrieben habt? Wie oft habt ihr euch diesmal getroffen um zu schreiben?

Peter Straub:
Tatsächlich hat es diesmal noch mehr Spaß gemacht als beim ersten mal. Wir haben uns nur einmal getroffen, in Florida, und machten den Rest über E-Mail und in langen Telephongesprächen. Alles kam zugeflogen, und alles hatte seinen richtigen Platz.


Följeslagarna:
Es scheint als war diese Art des Schreibens wirklich effektiv, da ihr das Skript sechs Wochen vor der "Deadline-Abgabetermin" abgeliefert habt. Hat es euch überrascht oder ist das eine normale Sache?

Peter Straub:
Ich muß sagen, es war eine sehr angenehme Überraschung.


Följeslagarna:
Wir haben gelesen, daß The Talisman normalerweise ein "Geh-finde-es-und-bring-es zurück"-Buch hatte werden sollen, aber ihr habt entschieden den Grundriß um die Hälfte zu kürzen, da das Buch sonst zu lang geworden wäre (Ihr sagtet etwas von einem 4000 Seiten Roman...) -Wie war es diesmal? Habt ihr einen Grundriß geschrieben, von dem ihr wußtet, daß er für die Länge des Romans genügen würde, oder mußtet ihr ihn auch diesmal wieder kürzen?

Peter Straub:
Nein. Diesmal haben wir den Grundriß einfach nur etwas ausgedehnt. Die ersten 2 Seiten des Grundrisses wurden zu etwa 50 Seiten Manuskript. Das Buch geriet länger als wir angenommen hatten. Es ist fast genauso lang wie The Talisman.


Följeslagarna:
Gehen wir mal zurück zum Grundriß von The Talisman - erinnerst du dich an irgend etwas aus dem herausgeschnittenen Part, das du gerne geschrieben hättest - ein "Kill your Darling" sozusagen?

Peter Straub:
Ich mochte das Massaker in einem Farmhaus das niemals geschrieben wurde. Es war inspiriert von den Morden über die Capote in IN COLD BLOOD schrieb.


Följeslagarna:
Was denkst du über die Tatsache, daß Mick Garris THE TALISMAN zu einer Mini-Serie verfilmen wird? Ist das etwas worauf du dich freust? Hast du ein Mitspracherecht bei dem Skript? Ein Skript von Richard LaGravanese war sehr seltsam und nicht nahe am Buch, aber wir wissen ja das Garris sein eigenes Skript schreibt und dicht am Buch bleibt.

Peter Straub:
Hört sich gut an in meinen Ohren.


Följeslagarna:
Es hat fast 20 Jahre gedauert bis THE TALISMAN verfilmt wurde (obwohl Gerüchten zufolge die Rechte vor der Veröffentlichung des Buches gekauft wurden)- Hast du die Hoffnung, daß BLACK HOUSE verfilmt wird? Den Trailer zu dem Buch im Internet zu sehen gibt einem fast das Gefühl, daß ein Film schon längst da ist.

Peter Straub:
Das Buch wurde zu den verschiedenen, relevanten Institutionen geschickt, und wir sollten in Kürze mehr Informationen dazu haben.


Följeslagarna:
Wir wissen, daß es eine spezielle E-book-Version von BLACK HOUSE geben wird, die Randbemerkungen von dir, King und dem Lektor enthalten wird. Siehst du dies als eine limitierte Version eines Buches aus dem 20th Jahrhundert an?

Peter Straub:
Nun, es gibt natürlich auch eine (gedruckte) limitierte Version. Ich glaube dieser Randnoten-Stoff ist nur ein Mittel um das E-book besser zu verkaufen. Eine Verkaufsstrategie. Ich für meinen Teil wüßte nicht warum jemand Black House im E-book-Format lesen sollte.


Följeslagarna:
Vor einiger Zeit war die Rede davon, daß King eine, wie er es nannte, "Brücke" zwischen TALISMAN und BLACK HOUSE schreiben, und sie alleine als E-book veröffentlichen wollte. Dieses Buch sollte uns darüber aufklären wie Jack Sawyer's Leben in den letzten 20 Jahren (grob) verlaufen ist. Diese Information kam von King's Agenten Ralph Vincianza , der dies in einem Interview mit PUBLISHERS WEEKLY erwähnte, aber als wir dich fragten, wußtest du nichts davon. Weißt du jetzt etwas darüber? Wird es eine "Brücke" geben? Bist du darin überhaupt verwickelt?

Peter Straub:
Die Sache mit der "Brücke" schwebt noch komplett in der Luft. Wenn es überhaupt passiert werde ich es anfangen und King beenden. (Wenn Steve das liest wird er überrascht sein, wir haben diese Sache noch nicht besprochen. Mein Lektor meinte ich sollte es beginnen und es dann zu Steve geben.)


Följeslagarna:
Was denkst du über Veröffentlichungen im INTERNET? Wir wissen ja, daß King manches nur fürs INTERNET veröffentlicht hat (Riding the Bullet und The Plant), hast du schon Pläne irgend etwas im Internet zu veröffentlichen?

Peter Straub:
Ich schreibe nicht genug um mit dem Internet zu experimentieren.


Följeslagarna:
Für Black House wurde schon sehr viel Werbung (Promotion) gemacht - Ankündigungen schon über ein Jahr vor Veröffentlichung, Websites, Trailers, etc. Hast du eine Meinung dazu? Glaubst du das dies die Werbe-Zukunft für neue Bücher darstellt?

Peter Straub:
Vielleicht ist dies die Zukunft Bücher zu vermarkten, die von den Verlagen als höchst absatzfähig eingestuft werden.


Följeslagarna:
Werden du und King eine Signier-Tour für das Buch machen? Wenn ja, weißt du irgendwelche Daten?

Peter Straub:
Nein. Es wird keine Tour geben.


Följeslagarna:
Hast du schon mal im Internet gesurft um zu schauen was deine Fans über deine Arbeiten denken?

Peter Straub:
Hier und da schon mal. Ich benutze Google/Deja um herauszufinden ob jemand über mich spricht.


Följeslagarna:
Jemand fand mal die Ähnlichkeit zwischen King's ES und deinem FLOATING DRAGON (Eine Katastrophe mit übernatürlichen Elementen, die eine amerikanische Stadt heimsucht und mit Kämpfen gegen ein Monster unter der Stadt endet) heraus. Hast du eine Ahnung wie das passieren konnte, obgleich ihr die Bücher zur selben Zeit geschrieben habt?

Peter Straub:
Ich glaube mich zu erinnern, daß wir gegenseitig unsere halbfertigen Manuskripte gelesen haben. Vielleicht passierte es so.


Följeslagarna:
Glaubst du, daß du und King wieder zusammenarbeiten werden? Können wir uns in 15 Jahren schon auf Talisman 3 freuen?

Peter Straub:
Ich würde sagen, die Chancen für einen dritten Teil stehen gut.


Följeslagarna:
Oh, nach dieser interessanten Aussage danken wir Peter für das Interview, es war großartig mit dir zu sprechen.



© 1996 -2001 Liljas Library & Följeslagarna.
All rights reserved. Used under permission only.

Deutsche Übersetzung
© 2001 Veit Lindhorst-Emme



Das Interview ist Eigentum von / The interview ist the property of / L'interview est la propriété de

liljas

&

foljelogo.

   
© Copyright 2017 by www.stephen-king.de