King Menu  

   

Besucherstatistik  

225320514
   
   
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)
Interview mit Uwe Gerritz
Von Nicole Rensman

uwe_gerritz

 

Ihre Schauspielkarriere, so wie die Ihrer Kollegin Stefani Kunkel, deutet bereits auf eine Menge Erfahrung hin. Doch bei einer 2-Personen-Bühnenaufführung dürfte es besonders schwer sein, Spannungen, Gefühle, Ängste auf Dauer zu halten und an das Publikum weiterzugeben. Wie sind da Ihre Erfahrungen?

Uwe Gerritz:

Sie sprechen da gleich zu Beginn die wahrscheinlich größte Schwierigkeit der Aufführung an, zumal sich die Verhältnisse im Laufe des Stückes allmählich umkehren, und man sich zu jedem Zeitpunkt erneut bewusst machen muss, wie sich das Machtgefüge zwischen den beiden Charakteren gerade darstellt. Aber wir haben das oft und lange geprobt, und ich denke, dass wir gut vorbereitet sind.

 

Wie sind Sie an die Rolle gekommen, wie sind Sie zu Paul Sheldon geworden?

Uwe Gerritz:

Die Idee zu dem Stück hatte Stefani Kunkel. Da wir schon vorher zusammen gearbeitet hatten und ich auch Jörg Zick noch aus "Schmiere"-Zeiten kenne, war ich gleich als Paul Sheldon im Gespräch. Ich hatte den Film "Misery" schon einige Male gesehen und war sofort Feuer und Flamme.

 

Können Sie sich mit diesem zuerst etwas arroganten, später gepeinigten Schriftsteller identifizieren?

Uwe Gerritz:

Ich hoffe, dass sich meine Arroganz einigermaßen in Grenzen hält. Und was das Gepeinigtsein betrifft: Stefani und Jörg tun alles, um mir die Identifizierung da so einfach wie möglich zu machen. ;-)

 

Mussten Sie sich auf die Rolle des Paul Sheldon besonders vorbereiten?

Uwe Gerritz:

Ich musste einige Kitsch-Romane schreiben. Nein, im Ernst: Jede Rolle erfordert bestimmte Vorbereitungsweisen. Wichtig ist für einen Schauspieler aber immer, dass er aus seinem (Lebes-)Erfahrungsschatz schöpft. Es gibt in "Misery" durchaus einige Situationen, die mir aus meinem eigenen Leben bekannt sind. Weniger die Abhängigkeit von chemischen Substanzen, aber hilflos und ausgeliefert hat sich wohl jeder schon mal gefühlt. Sich daran zu erinnern und das gezielt bei einer Aufführung einzusetzen, das ist der "Trick".

 

Haben Sie ein besonderes Vorher/Nachher - Ritual, wenn Sie spielen, bzw. gespielt haben, so wie Paul Sheldon es mit einem Glas Dom Perignon und einer Zigarette nach der Fertigstellung eines Romans handhabt?

Uwe Gerritz: Eigentlich bin ich Weintrinker, aber vor jeder Aufführung (jugendliche Leser bitte weiterblättern) trinke ich 1 Flasche Bier. Das ist tatsächlich zu einem Ritual geworden.

 

Gibt es eine Lieblingsszene, eine besonders schwere oder / und unangenehme Szene in diesem Stück, die Sie spielen?

Uwe Gerritz: Wenn Paul unter Todesangst alle seine Kräfte zusammenreißt, um einen Weg zur Flucht zu finden - das zu spielen finde ich sehr reizvoll. Unangenehm – hm, fragen Sie mich nach der Premiere nochmal.

 

Sicherlich wird es einige witzige Momente bei den Proben zu Misery gegeben haben! Können Sie uns von einem besonders heiteren "Missgeschick" erzählen?

Uwe Gerritz: Das "Missgeschick" (bitte die Anführungszeichen beachten) fand schon vor der ersten Probe statt: Stefani Kunkel wurde unerwartet schwanger. Sie hat sich aber entschieden, die Rolle trotzdem zu spielen und dafür zolle ich ihr größten Respekt. Ansonsten haben wir trotz aller Ernsthaftigkeit bei den Proben viel Spaß. Einmal brach mein improvisiertes Bett zusammen. Das hätte böse ausgehen können, aber ich muss dabei ein so dämliches Gesicht gemacht haben, dass wir eine Viertelstunde lang nichts anderes tun konnten als lachen..

 

Dürfen Sie bereits verraten, ob Sie sich an die Drehbuchvorlage von Simon Moore vollkommen gehalten haben, oder ob das Drehbuch ein wenig entschärft wurde?

Uwe Gerritz:

Einige redundante Passagen wurden aus Zeitgründen zusammenkürzt, vor allem, wenn Paul aus seinem neuen Manuskript vorliest, aber am Inhalt hat sich eigentlich nichts geändert (so weit ich das verraten darf).

 

Ich selbst konnte Misery bereits in meiner Heimatstadt miterleben. Dort wurde das Bühnenbild mit Licht- und Audioeffekten untermalt, um Spannung durch Schatten und Geräusche zu inszenieren. Wird etwas in der Art den Zuschauer auch in Frankfurt erwarten? Oder bleibt das ein Geheimnis?

Uwe Gerritz: Wir sind froh, dass wir Martin Grieben, Sänger von Jay und Songwriter für Ina Deter, für die Musik und die akustischen Effekte gewinnen konnten. Ich denke, das wird viel dazu beitragen, die Spannung rüberzubringen. Auch visuelle Effekte wird es geben, aber dazu kann ich im Moment nichts sagen.

 

Kannten Sie die Romane von Stephen King bereits, bevor Sie das Drehbuch gelesen haben? Was halten Sie von dem amerikanischen Schriftsteller?

Uwe Gerritz: Ich hatte bereits einige King-Verfilmungen gesehen, darunter wie erwähnt eben auch Misery. Die fand ich immer spannend oder auf sonst eine Art und Weise sehr unterhaltend. King-Fans sagen mir allerdings immer wieder, dass die Bücher die Filme noch bei weitem übertreffen. Vielleicht sollte ich wirklich mal eines lesen.

 

Wenn Sie Stephen King lesen, gibt es ein Lieblingsbuch oder auch einen Lieblingsfilm, der auf seinen Erzählungen basiert?

Uwe Gerritz:

"Die Verurteilten" ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, und ich habe ihn jetzt schon drei- oder viermal gesehen. Er wird oft im Fernsehen gezeigt (gerade diese Woche lief er wieder) und das ist einer der wenigen Fälle, wo ich mich nicht über ständige Wiederholungen ärgere.

 

Welchen Protagonisten von Stephen King würden Sie gerne einmal spielen, sei es vor der Kamera oder auf der Bühne?

Uwe Gerritz:

Anni Wilkes. Aber nur wenn Stefani Kunkel Paul Sheldon spielt. Dann könnte ich es ihr endlich mal heimzahlen.

 

Vielen Dank für dieses Interview und

Toi, Toi, Toi für die Premiere und natürlich alle weiteren Aufführungen!

 

Uwe Gerritz:

Ich habe zu danken.

 

Das Interview wurde im Oktober 2001 per Email geführt.

Die Premiere fand in Frankfurt stand.

 

 


 

 

stefani kunkel uwe gerritz

in

stephen kings


misery


eine produktion des theaters "Die Traumtänzer"

misery


bühnenfassung: simon moore


regie: jörg zick


musik: martin grieben kostüme: monika seidl

11.(premiere), 12., 13. und 14.oktober 2001

jeweils 20 uhr

 

frankfurt am main, schützenstraße 12

 

das stück

schwer verletzt erwacht bestsellerautor paul sheldon in einem fremden, dunklen raum. seine versuche, sich zu orientieren werden von der stimme einer frau unterbrochen. es ist anni wilkes, die ihn aus seinem verunglückten wagen gezogen und in die verschneite abgeschiedenheit ihres hofes gebracht hat.

die ehemalige krankenschwester kann kaum fassen, wen sie da vor sich hat. seit jahren ist sie eine glühende verehrerin von pauls "misery"-romanen. von der außenwelt weitgehend abgeschnitten, lässt sie ihrem idol die bestmögliche pflege angedeihen . bis sie den neuesten "misery"-band zu lesen bekommt. mit dessen ausgang nämlich ist anni gar nicht einverstanden. und der erfolgverwöhnte autor bekommt zu spüren, was wahre abhängigkeit bedeutet...

 

stefani kunkel


stefani_kunkel

stefani begann im frankfurter kellertheater in stücken wie "hase, hase" von colline serreau und minidramen von monty python. ihr talent bekam sie in die wiege gelegt, ihre fertigkeiten baute sie durch regelmäßigen schauspielunterricht aus. zeigen durfte sie beides schon bald in dieter wedels "schattenmann" und in "die kommissarin", später in der hr-produktion "durch dick und dünn" sowie in zahlreichen werbe- und schulungsgfilmen.

sie war jahrelang ensemblemitglied des theaters "die schmiere" und trat bereits vor "misery" mit dem theater "die traumtänzer" auf. handwerkliche tipps gibt sie regelmäßig in der hr-sendung "service: wohnen", die sie mitunter auch moderiert.

 

uwe gerritz


uwe_gerritz

uwe steht seit 1984 auf der theaterbühne, startete mit komödien und kriminalstücken, spielte später zunehmend auch in dramen. seit 1993 war er hauptsächlich in englischsprachigen produktionen zu sehen, so z.B. mit der "chaincourt theatre company", aber auch in englischsprachigem unternehmenstheater für internationale firmen.

vor der kamera stand er für serien wie "die kommissarin", "ein fall für zwei", "schwarz greift ein", "verbotene liebe" u.a., ebenso für zahlreiche werbe- und schulungsfilme. Auch er war jahrelang ensemblemitglied der "schmiere". "misery" ist seine erste produktion mit dem theater "die traumtänzer".

 

jörg zick

 

der schauspieler und regisseur ist gründungsmitglied und kreativer kopf des theaters "die traumtänzer". mit seiner partnerin gaby meyer ist er in dem stück "mit schwerdtfegers im bett" aktuell ebenfalls im theaterhaus zu sehen. seine vielseitige und umfangreiche ausbildung zum schauspieler, pantomimen, choreographen und bühnentexter erwarb er in frankfurt und in wien bei samy molcho.

dem fernsehpublikum ist jörg zick durch zahlreiche rollen bekannt, u.a. in "der schattenmann", "der millionär und die stripperin", "die fallers", "kurklinik rosenau", "tatort", "küsse niemals deinen chef", "schalom deutschland" u.v.a.

 

   
© Copyright 2017 by www.stephen-king.de